Julia von Miller – Pressestimmen

Julia von Miller


Im Namen der Seele

Julia von Miller präsentiert ihre erste Solo-CD "Wishing Well"

Ehedem war sie ein "Blauer Engel", derzeit trällert sie mit ihren String oft Pearls - nun stellte Julia von Miller im Lustspielhaus ihre erste Solo-CD "Wishing Well" vor. Keineswegs die erwartbare Fortsetzung der bewährten Schlager-Lady-Shows: Schon die Besetzung ihres Quartetts, wo Akkordeon und Schlaggitarre den Ton angeben, hebt sich wohltuend von üblicher Standardorchestrierung ab. Natürlich fehlen zwar auch im Solorepertoire nicht die Reminiszenzen an alte Soultage. Vor allem aber hat sich Julia von Miller selbst als Songschreiberin versucht, ihre vier Mannen haben den Texten eine bunte Stil-Kollektion verpasst.
Wenn Miller da über die dunkle Seite ihrer Seele reflektiert, lassen Ludwig Leininger am Kontrabass und Dieter Holesch an der Gitarre die Adern rhythmisch pulsieren, verwegen quietscht das Akkordeon von Christian Ludwig Mayer - aber stets entstehen angenehm atmosphärische Jazznummern, die ganz um das Zentrum von Millers markanter und mächtig wandelbarer Stimme kreisen. Zum Seufzen schön sind ihre innigen Seelenmassage-Balladen, die Mayer mit chansonesker Wehmutverzierung umschluchzt. Im Titelsong schrubbt Holesch fidel seine Gitarre, und Jan Kahlert, der großartige Sekundant an minimaler Straßenmusik-Perkussion, zückt gar die Maultrommel - für einen Muntermacher im Country-Stil. Dass schließlich auch in Ludwig Leininger mehr als nur der Saitenzupfer für den Hintergrund steckt, beweist er kurz vor Schluss im von ihm akademisch ausgefeilten "Good Morning". Mal kerniger Fez, mal mildes Plätschern, zwischendurch dann ganz viel Seele - schön gepflegte, abwechslungsreiche Salonmusik, die Julia von Miller da mit ihren Freunden erfunden hat.

Peter M. Boenisch in: Süddeutsche Zeitung


Zum Seufzen schön

Ein Doppelkonzert des Kulturbeutels begeistert Publikum

Als "String of Pearls" sind sie im Kreisort schon bekannt. Die Besucher im nicht ganz gefüllten "U1" haben zwei feine, jedoch, ganz unterschiedliche Konzerte an einem Abend erleben dürfen. Als erstes präsentierten Rickie Kinnen und Calle Dürr ihre Lieder im Stile der englischen Singer- und Songwriter- Tradition. Bei der Moderation wählte Ricke jedoch überwiegend ihren oberbayrischen Dialekt; ungewöhnlich zwar für ihr Programm, aber dabei äußerst leger und sympathisch. Ihre Lieder -meist Balladen- handelten von ganz persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen, von Liebe, Trauer, von Freunden und Sehnsüchten. Und man nimmt dieser zwarten Künstlerin mit der kräftigen und zugleich überaus gefühlvollen Stimme ab, dass sie empfindet, was sie singt.
Ihr Partner auf der Bühne und im richtigen Leben, Calle Dürr, begleitet seine Frau mit drei verschiedenen Gitarren und einer hervorragenden Spieltechnik, daber aber stets dezent im Hintergrund und nur so viel wie nötig. "Times flies" war dann auch der Titel, der das Publikum daran erinnerte, dass die erste Stunde wie im Flug vergangenist.
In der Pause wurde für das "Julia von Miller Quartett" umgebaut. Schon die Instrumentierung mit Akkordeon, Schlaggitarre und Kontrabass erweckte Neugier. Und bereits nach wenigen Takten war klar: Die Jungs haben es wirklich drauf. Dieter Holesch an der Gitarre und Ludwig Leininger am Kontrabass legten ein grooviges Fundament, das man in dieser Intensität nicht erwartet. Beide glänzten auch mit Solis an ihren Instrument auch außerhalb der uns bekannten Volksmusik zu entlocken sind. Im Zentrum des Konzerts stand jedoch Julia von Miller mit ihrer unverwechselbar markanten und großartig wandelbaren Stimme. Gott sei Dank konnte es die Sängerin auch in diesem Konzept nicht lassen, ihre Reminiszenen an alte Soultage zu präsentieren; sie kann es einfach perfekt. Das Quartett schaffte es spielend, das Publikum in eine andere Ära zu versetzen. Nach viel Applaus und einer Zugabe verabschiedeten die Künstler gemeinsam das Publikum mit viel guter Laune in eine klare Nacht, zum Seufzen schön - und für eine Wiederholung in jedem Fall erwünscht.

Garmisch-Partenkirchner Tagblatt